Am 19. November 2018 hat die Synode die Drucksache 200 mit dem Titel „Kirche im digitalen Wandel“ beschlossen. Im Beschluss der Synode heißt es:

„Die Synode bittet das Landeskirchenamt, die Eingabe EV 575 zu berücksichtigen. Dabei soll ausgehend von den in der Eingabe benannten Handlungsfeldern eine Digital-Strategie für die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens erarbeitet werden. Im Rahmen dieser sollen geeignete Maßnahmen für unsere Landeskirche eingeleitet werden, um die verschiedenen Bereiche zielgerichtet zu bearbeiten.
Die Synode bittet das Landeskirchenamt, dabei auch auf synodale sowie externe Expertise zurückzugreifen und bereits auf der Frühjahrstagung 2019 über einen ersten Zwischenstand zu berichten.“

Drucksache 200 der Landessynode vom 19.11.2018

In der Eingabe des Konventes der Evangelischen Studierendengemeinden, die dem Synodalbeschluss zugrunde lag, wurden folgende Handlungsfelder benannt und erläutert:

1. Bearbeitung von und Positionierung zu theologischen und ekklesiologischen Fragen

2. Positionierung zu ethischen Fragen und Erarbeitung von Bildungskonzepten

3. Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

4. Strategische Weiterentwicklung in Verwaltung und Prozessen

5. Vernetzung und lnterdisziplinarität.

Ausgehend von dem Synodalbeschluss und der Eingabe hat sich eine Arbeitsgruppe in insgesamt fünf Sitzungen mit der Eingabe und der Thematik beschäftigt. Ihr gehörten Mitarbeitende der Stabsstelle für Kommunikation und Koordination, des Dezernates für Theologische Grundsatzfragen, der Verwaltungskoordination, der IT-Abteilung und des Landesjugendpfarramtes an. Auch die Landessynode und das Ehrenamt waren durch jeweils eine Person vertreten.

Nach einer Analyse bereits vorliegender Texte zum Thema „Digitalisierung und Kirche“ befasste sich die Arbeitsgruppe zunächst mit der Klärung der Grundlagen: einer Zusammenstellung der verschiedenen Dimensionen der Digitalisierung und der Einordnung der Digitalisierung vor dem Hintergrund des Auftrages der Kirche.

Der Bericht auf der EKD-Synode 2018 nennt u.a. zwei wesentliche Ziele, die auch in der Arbeitsgruppe Konsens waren:

1. Menschen werden von Kirche im digitalen Raum erreicht und Kirche wird in diesem Raum von den Menschen erreicht. Bei kirchlichen Kernaufgaben werden auch digitale Möglichkeiten genutzt.

2. EKD ist zusammen mit den Gliedkirchen kompetent hinsichtlich der theologisch-ethischen Reflexion der Digitalisierung in der öffentlichen Debatte und der Digitalisierung kirchlicher Handlungsfelder.

Auszug aus dem Bericht der EKD-Synode 2018

Aus der Arbeit heraus entstanden erste Impulse und Überlegungen, die Sie auf dieser Seite finden. Sie sollen nun in einem nächsten Schritt zur Diskussion gestellt werden. Damit wollen wir die Chance nutzen, Anregungen und Impulse von einer breiten kirchlichen Basis aufzunehmen.

Der Prozess der Beteiligung ist bis September 2019 geplant. Eine Auswertung der Ergebnisse des Prozesses sollte der 27. Landessynode zu ihrer letzten Tagung im Herbst 2019 vorgelegt werden.

2 Kommentare

Tom · 4. Juli 2019 um 12:31

Der Umfang der Themen hat mich erschlagen und ich frage mich, was da im Herbst der Synode vorgeschlagen werden soll. Viel mehr als „Wir müssen etwas tun…“ wird da wohl nicht herauskommen. Unter dem Blickwinkel der Kirchenaustritte müsste aus meiner Sicht dort angesetzt werden:
Wie erreichen bzw. halten wir die Jugend in der Gemeinde?
Die ganze Diskussion um den digitalen Wandel nützt nichts, wenn die analogen Angebote sich nicht verändern:
– neue Gottesdienstformen, die junge Erwachsene bzw. junge Familien ansprechen (und das nicht nur 1 x im Quartal!)
– überholte Veranstaltungsformen durch neue ersetzen (Stichwort „Bibelwoche“)
Wenn wir das Interesse der Jugend gewinnen, vollzieht sich der digitale Wandel zum Teil von allein. Der Pfarrer, der sein Herz in der Jungen Gemeinde hat, wird automatisch auch WhatsApp und Co. nutzen. Der wird begreifen, dass der Gemeindebrief ein Auslaufmodell ist…

    Frank Pierel · 18. Juli 2019 um 13:14

    Das Problem ist komplexer. „Der Pfarrer, der sein Herz in der Jungen Gemeinde hat, wird automatisch auch WhatsApp und Co. nutzen. Der wird begreifen, dass der Gemeindebrief ein Auslaufmodell ist…“ Das erste stimmt. Jede Konfigruppe und die JG haben ihre WhatsApp-Gruppe. Darüber kann ich schnell mit ihnen kommunizieren. Aber der Gemeindebrief ist deshalb noch lange kein „Auslaufmodell“. Er wird von über 80 Prozent der Gemeindeglieder abonniert und mit 3,60 € pro Jahr bezahlt. Man kann ihn (20 Seiten PDF A5) auch kostenlos digital bekommen. Die Liste der Abonnenten ist lang. Es sind aber mehrheitlich Weggezogene, die sich über Nachrichten aus der alten Heimat freuen (und nicht nur die Liste der Verstorbenen lesen). Die Ausdifferenzierung der Gesellschaft und damit auch unserer Gemeinden zwingt uns dazu, das eine zu tun ohne das andere zu lassen. Wenn dabei aber die Hauptamtlichen nicht vorzeigit verschleißen sollen, muss die ausufernde Arbeit auf immer mehr Schultern verteilt werden. Wo es nicht genug Mitarbeiter gibt, muss die Arbeit eingestellt werden. Bei uns hat das dazu geführt, dass wir – man will es heute kaum noch glauben – keine Homepage mehr haben. Die war auch unseren jüngeren Gemeindegliedern nicht wichtig genug, um sich hier zu engagieren.

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